Thema: schwierige Marktlage für ITler

Hallo zusammen!

Hiermit möchte ich mich erstmal bei Mamphil für den HTML Tipp "Abstand zwischen zwei Bildern" bedanken und sagen, dass ich den freundlichen Umgangston, den diese Community hier pflegt, sehr gut finde.

Habe grad das Posting zu "Job als Webentwickler" gelesen.
Auch ich mache mir etwas Sorgen um meine Zukunft, da ich endlich nach langem, hartem Kampf meinen 2. Ausbildungsplatz als FIAE bei der DTAG bekommen habe. Man hat mir beim Arbeitsamt sehr davon abgeraten, in den IT-Bereich zu wechseln (bin vorher im kaufmännischen Bereich tätig gewesen), aber da ich mich privat viel mit Linux und der Programmierung in C++ (naja... bin noch am Anfang) auseinandersetze, war mir klar, dass ich wirklich umschulen will und muss. Vor allem, wenn ich noch mind. 40 Jahre arbeiten soll. (Und der kfm. Bereich hat mir definitiv keinen Spass gemacht!)

Tja, jetzt bin ich sehr glücklich, auch mal die Grundlagen lernen zu können, aber ich frage mich jetzt schon, was mich in der Zukunft wohl erwarten wird, besonders, da nur die Besten der Besten übernommen werden sollen.

Was ist aus der Zeit geworden, wo man noch frei entscheiden konnte, wer man werden will?  sad

Lieben Gruß an alle von devshare,

Parasite Eve

..:: Linux is like a wigwam: no gates, no windows, and an apache inside ::..

Re: schwierige Marktlage für ITler

Hi!

Hiermit möchte ich mich erstmal bei Mamphil für den HTML Tipp "Abstand zwischen zwei Bildern" bedanken

Immer wieder gerne 8)

Übrigens: Ich "liebe" Abkürzungen *grrr*

FIAE

Was soll denn das sein? Ein "Fauler Internet-Anwendungs-Entwickler" ist es doch bestimmt nicht wink

DTAG

Das wiederum kenn ich ... Das ist doch ein ziemlich großer Telekommunkationsanbieter mit einem magenta-farbenen großen T...

Mamphil

The laws of physics are the canvas God laid down on which to paint his masterpiece. “Leonardo Vetra” in Dan Brown’s “Angels & Demons”

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Re: schwierige Marktlage für ITler

magenta-farbenen großen T...

rosa wink

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Re: schwierige Marktlage für ITler

> rosa

...nein, nein. Magenta war schon richtig ... allerdings mit Serifen, aber von der Grotesken kommt man hier wohl nicht weg...

> Was ist aus der Zeit geworden, wo man noch frei entscheiden konnte, wer man
> werden will?

Ich denke, die Entwicklung geht doch gerade anders herum, als du es hier skizzierst. Die Zeiten, in denen man _nicht_ wählen konnte, was man werden möchte, sind vorbei. Das Ding ist halt, dass das Modell 40, 50 Jahre Vollbeschäftigung und dann Rente nicht mehr aufgeht, so dass es letztlich nur noch selten ausreicht, einfach nur eine Ausbildung zu machen und dann hat man den Beruf seiner Wahl für die nächsten 40 Jahre gefunden. Viel mehr ist es doch so, dass man eben viel freier denn je entscheiden kann und muss, wer man werden will. Ich finde diese Entwicklung prinzipiell gut, allerdings müsste dann auch unsere 'Ausbildungskultur' grundlegend gewandelt werden. Aber welcher Personalchef will schon stundenlang rumtelefonieren, um sich von der Qualität der verschiedenen Ausbildungseinrichtungen des Bewerbers ein Bild zu machen, wenn er genausogut auf einen Dipl. Ing., was weiß ich bestehen kann.

Ich studiere Sozialpädagogik und gerade hier an der Uni in Kassel (ich war vorher an einer Fachhochschule in Freiburg) kann man das wirklich auf einer halben Arschbacke absitzen. Und, das Lernfeld ist derart breit gefächert, dass du hinterher durch dein Diplom womöglich auf einer Stelle landest, von der du nicht die geringste Ahnung hast, weil du dich im Studium eben auf andere Bereiche der Sozialen Arbeit konzentriert hast. Natürlich ist es nicht so, dass irgendwo händeringend Sozialpädagogen gesucht werden, so dass ein einfaches Diplom schon ausreichen könnte, eine Stelle zu bekommen. Aber genau das ist der Punkt. Letztlich entscheidet die Qualität meiner Arbeit und die lässt sich für einen Arbeitgeber erahnen, indem ich ihm vorweise, ich habe hier ein Praktikum gemacht, dort eine Fortbildung, hier mich ehrenamtlich eingebracht, dort mich an fachlichen Diskussionen beteiligt etc. pp. Das Diplom ist dann zumindest hier 1. eine Minimalanforderung, die nicht weiter beachtet wird und 2. natürlich insofern wichtig, weil Geldgeber auf solche Titel beharren.

Im technischen Bereich und natürlich auch in anderen Bereichen, wie dem Handwerk etc. mag das sicherlich ein bischen anders sein, aber ich denke, auch hier geht der Trend in die Richtung individueller Qualifikation, satt staatlich anerkannter Ausbildung.

Basti

Re: schwierige Marktlage für ITler

Hi Basti!

Du hast geschrieben:

Im technischen Bereich und natürlich auch in anderen Bereichen, wie dem Handwerk etc. mag das sicherlich ein bischen anders sein, aber ich denke, auch hier geht der Trend in die Richtung individueller Qualifikation, satt staatlich anerkannter Ausbildung.



Ich bin deiner Meinung, jedoch finde ich, dass es von jedem individuell abhängt, was er aus seiner staatl. Ausbildung macht. Es gibt Leute, die gehen nur zur Berufsschule, ziehen sich den Stoff dort mehr oder weniger gelangweilt rein, um dann nach 2 oder 3 Jahren ihre Abschlussprüfung zu bestehen. Die Verantwortung liegt bei jedem selbst. Ich weiss, dass meine Ausbildung kein Studium ersetzen kann oder wird, aber ein Tagesstudium  war für mich von Anfang an keine Option, da ich ein relativ teures Hobby pflege (Musik etc.). Dies soll jedoch nicht heißen, dass ich nicht darüber nachdenke, mein Informatik-Diplom durch ein Abend- oder Fernstudium nachzuholen. Und falls man in der Ausbildung ordentlich "reinhaut", Augen und Ohren offen hält und alle Möglichkeiten ausschöpft, die sich einem beiten, dann finde ich schon, dass ich mir dann nach ein paar Jahren den fehlenden Diplom-Titel durch Arbeit ersetzen kann, obwohl's durchaus länger dauern könnte, bis ich so weit wie ein Dipl.-Informatiker bin (positions- u.gehaltsmässig). Aber ich finde sowieso, dass das Geld nicht an 1. Stelle stehen sollte, wenn man sich einen Beruf wählt.

Und du hast recht, wenn du sagst, dass man flexibel sein muss, in der heutigen Zeit. Leider wissen das die meisten Menschen in unserem Alter nicht, oder sie wollen es nicht wahrhaben. Fleiss und Anpassungsfähigkeit muss gelernt werden. In Amerika lernen die Jugendlichen das automatisch, indem sie "Student of the week" oder ähnliche Auszeichnungen bekommen. (War dort für 1 Jahr.)

Und sorry, Mamphil, aber ich jobbe bis zur Ausbildung, und da kürze ich so viel ab, wie möglich auf der Arbeit, um keinen Ärger zu kriegen.  wink

Bin mal gespannt auf deine Antwort, Basti,

Parasite Eve

..:: Linux is like a wigwam: no gates, no windows, and an apache inside ::..

Re: schwierige Marktlage für ITler

... und FIAE ist übrigens Fachinformatiker /  Anwendungsentwicklung.  wink

..:: Linux is like a wigwam: no gates, no windows, and an apache inside ::..

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Re: schwierige Marktlage für ITler

Hi 'Parasite Eve'.

Ich finde die Entwicklung sehr zweischneidig. Zum einen kann ich es nur begrüßen, wenn Räume geschaffen werden, die eigene Initiative, Kreativität, Einsatz etc. fordern und damit fördern. Zum anderen lauert dahinter natürlich auch die Gefahr eines gewissen Sozialdarwinismus und das ist natürlich alles andere als produktiv.

Ich denke, es muss sowohl die Fähigkeit, eigene Impulse wahrzunehmen, ggf. aufzugreifen und in kreatives Handeln umzusetzen genährt werden, als aber auch die Fähigkeit, sich in eine Gemeinschaft (ob real oder abstrakt) zu integrieren.

Und beides fängt natürlich schon in ganz jungen Jahren an und ich meine, irgendwelche Wettbewerbe mögen da auch eine ganz nette Idee sein, sind jedoch, wenn man von den Möglichkeiten ausgeht doch eher kontraproduktiv, oder? Ich z.B. finde die Ansätze nichtdirektiver Pädagogik absolut faszinierend und es ist echt krass, mich selbst dabei zu beobachten, wie ich immer wieder meinem Sohn meine Wahrnehmung, meine Impulse und Vorstellungen überziehen möchte (ich meine hier natürlich nicht das Grenzen Setzen - das ist ein ganz anderer Schuh). Und vielen der Kiddies, die ihre Tage vor der Glotze verbringen oder mit Spielzeug, das keine Variationen zulässt, neben dem drücken des roten Knoptes, woraufhin dann ein 'Tröööt' erschallt und irgendein Fisch mit den Flossen wackelt, fehlt einfach jegliche Wahrnehmung für eigene Impulse. Und wenn sie sie wahrnehmen, dann haben sie selbst keine Wahl mehr, sonden müssen ihnen oder können ihnen nicht nachgehen.

Und was die Integration angeht, ja, wer identifiziert sich denn noch mit einer gesellschaftlichen Gruppe? Dorfgemeinschaften, Hausgemeinschaften gibt's kaum noch, nationale Identität zumindest bei uns mal garnicht (was wohl keiner hier vermisst), Europa? Die Familien brechen auseinander. Was bleibt da übrig? Der Sportverein und das Team auf der Arbeit. Ich meine, dass unsere ganze Gesellschaft daran krankt, dass wir uns nichtmehr eingebunden fühlen und ... ja, letztlich die Welt der Menschen oder auch in das Netz des Lebens auf unserem Planeten. Ich höre gerade in meinem Studium (eben Soz.Päd.) immer wieder von Projekten und Methoden, wo man versucht, Jugendliche mit schwierigem Verhalten mit irgendwelchen Brotkrumen zu einem 'positivem' Verhalten zu locken (quasi Zuckerbrot ohne Peitsche). Und - sicher, es mag ganz sinnig sein, hier mit einer List, neue Verhaltensweisen aus den Mitmenschen rauszulocken. Letztlich denke ich jedoch, dass es schlicht daran fehlt, Räume zu schaffen, in denen die Jugendlichen Integration erfahren, erleben können. Einfach so sein zu dürfen und anngenommen werden, wie man ist (fernab von 'Piep piep piep, ich hab dich lieb' - mit den ganz normalen, alltäglichen Konflikten etc. aber eben einer tiefen Akzeptanz dem Wesen des Anderen gegenüber). Ich bin fest davon überzeugt, dass aus solchen Erfahrungen der Integration und wenn es gelingt, diese auf die größere, abstrakte Gemeinschaft der Menschen zu übertragen, das eigene Handeln immer auch im Licht seines Wertes für die Gemeinschaft reflektiert wird.

Und genau das ist in meinen Augen eine absolute Grundvoraussetzung, wenn die gesellschaftlich neu kreierte Effektivität nicht ganz fatale Auswirkungen für das Gesicht des Lebens auf unserem Planeten haben soll.

Da passt natürlich auch die Diskussion rein, die ich hier schon mehrfach angeschnitten hab (für wen würdet ihr arbeiten, für wen nicht). Aber ich will da nicht wieder einsteigen, sondern einfach nochmal betonen, dass dieser Aspekt, diese Ebene für mich in eine Diskussion um die Effektivierung von Arbeitskraft unbedingt reingehört. Es passt ja auch ganz gut, dass eine Kultur, wie die, die in den Staaten so vorherrscht (ich war erst wenige Wochen dort), dann natürlich auch zu sowas führt, wie derartige Alleingänge zum eigenen Profit und Nutzen. Und es passt auch ganz gut, dass dort intern einfach abartig viele Menschen einfach durchfallen und dann eben drei Jobs machen müssen, um durchzukommen, wobei keiner von denen irgendetwas mit der eigenen Kreativität zu tun hat.

Und, um es halbwegs rund zu machen, diese Sichtweise, sich in eine Gesellschaft, Gemeinschaft, hier: Firma derart einzubringen, dass man sich als integrierter Teil dieses Systems versteht ist, so denke ich, sicherlich eine Schlüsselqualität, um darin erfolgreich zu sein. Das System allerdings künstlich zu begrenzen zeugt von Dummheit! (Nach dem Motto: 'Durch mein Verhandlungsgeschick konnten wir im letzten Quartal mehr Regierungen kaufen, denn je' ... oder so)

Basti

Re: schwierige Marktlage für ITler

Hi Basti!

Ich habe deine vorherigen kritischen Breiträge zur Gesellschaft gelesen und auch ich finde manche Entwicklungen beängstigend.
Leider werde ich wohl nicht so ausgereift meine Gedanken zu diesem Thema darstellen können wie du, weil ich mir erst seit ca. 2-3 Jahren erst wieder Gedanken um solche Dinge mache.
Vorher muss ich zugeben, war ich etwas ignorant, was diese Gesellchaft angeht, da ich der Ansicht war, dass man so vieles eh nicht ändern kann.
Vor allem, weil wir in einer Gesellschaft leben, die die Menschen, so wie du geschrieben hast, nicht so akzeptiert, wie sie sind. Man muss noch nicht mal zu einer ethischen Minderheit gehören, um quasi "diskriminiert" zu werden. Oft reichen schon irgendwelche Abweichungen zum gesellschaftlich vorgegebenen Ideal aus, z. B. Körperbau, Ansichten.
Bei mir stimmte oft beides nicht (bin klein, wollte nie "cool" sein), deswegen hatte ich mich ursprüngl. entschlossen, mich nur noch um mein Leben und meinen Spass zu kümmern (frei nach dem Motto: "Die Anderen tun's doch auch!") und zu hoffen, dass die Oberflächlichkeit mancher Menschen und vor allem der Medien, aufhört. Aber leider ist dies nicht passiert und so denke ich, dass man sich nicht einfach "verabschieden" darf, ohne einen Versuch zu wagen, wenigstens in dem jedem Menschen gegebenen Rahmen eine bessere Welt zu schaffen.

Ich würde nur zu gerne wissen, warum sich so viele Menschen von dieser Oberflächlichkeit einlullen lassen. Vor allem in Deutschland habe ich oft das Gefühl, dass es uns noch zu gut geht, um mal nicht an unseren eigenen Ar*** zu denken. Was muss passieren, damit der soziale Umgang miteinander wieder besser wird (ohne das von dir genannte "piep, piep, piep" etc.) ?

Ein Punkt in deiner Ausführung hat mich aufmerksam gemacht: Du hast geschrieben, dass die Menschen, bzw. Jugendlichen keinen richtigen Orientierungspunkt mehr haben, keine Sicherheit, habe ich das richtig verstanden?

Wie soll es Sicherheit geben, wenn die Menschen keinen Wert mehr auf zwischenmenschliche Beziehungen legen? Alles andere ist wichtiger: Macht, Einfluss, Geld, sozialer Status...

Auch ich suche noch nach meiner persönlichen Sicherheit. Ich wünschte mir, ich hätte sie in meinem Partner gefunden. Doch 2 Jahre sind noch eine zu kurze Zeit, im dies zu beurteilen. Und ich denke, mein Ehrgeiz, eine gute 2. Ausbildung zu schaffen, gehört auch zum Teil zu der Sicherheit, die ich mir wünsche, da meine Familie mir auch nicht so den nötigen Halt geben konnte (bin klassisches Scheidungskind).

Ich finde deine Gedanken sehr interessant und muss sagen, dass ich es schön fände, wenn es mehr solcher Menschen geben würde, die mal nachdenken und sich nicht nur um ihr Leben sorgen würden. Denn ich bin der Ansicht, Geld kann man relativ leicht bekommen - man kann es auch relativ leicht wieder verlieren. Das, worauf man bauen sollte, sollte (n) Familie und / oder Freunde (richtige) Freunde sein.

Ich hoffe, dass meine Ansichten nicht zu krass waren,

Parasite Eve

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Re: schwierige Marktlage für ITler

Hi.

Wirklich beänstigend finde ich die Entwicklungen nicht. Ehrlich gesagt fühle ich mich gerad sehr wohl in dieser Welt *g.

Und auch meine gedanken zu diesen Themen sind sicherlich nicht ausgereift, sondern vielmehr Momentaufnahmen, eben meine Sicht der Dinge, wie sie im Moment halt ist.

Und was du schreibst zum Thema 'akzeptiert werden'. Ich glaube, viel hängt da wirklich vom Einzelnen selbst ab. Letztlich geht es ja um nichts anderes als ums eigene Leben, denn nichts anderes kann man ja leben. Dieses sich integriert fühlen, von dem ich schrieb ist also eher sowas, wie eine innere Gewissheit, dass ich einfach hier in dieser Welt einem Platz habe und dass ich so sein darf, wie ich bin, dass es gut ist. Mit dieser Haltung verschwindt die Nicht-Akzeptanz der Anderen. Einfach, weil sie nicht mehr interessant ist. Oder vielleicht, weil der Andere einfach keinen Ansatzpunkt mehr findet. Das ist Aikido sozusagen.

Und das ist dann auch wiederum das, was du als Sicherheit rausliest. Ich glaube, letztlich kann man da draußen keine Sicherheit finden und womöglich ist es für eine Beziehung auch garnicht mal so förderlich, wenn man sie als Quelle für das eigene Sicherheitsbedürfnis sieht, denn, ich glaube, dass dieses Bedürfnis sehr stark ist, so stark, dass Menschen womöglich zu Panik neigen, wenn sie diese Quelle ein Stückchen wegrücken sehen oder sich auch nur vorstellen, dass sie einfach gehen oder versiegen könnte. Und in jeder Beziehung gibts ja Zeiten intimster Nähe und Zeiten, in denen man große Distanz fühlt. Ich glaube, wenn zu einem Schmerz über eine Distanz zu dem dem Menschen den man liebt auch noch eine Angst kommt, dass man etwas verlieren könnte, seine Sicherheit, seinen Halt, seinen Sinn, whatever, dann gehört da glaub ich schon einiges zu, sich von diesen Gefühlen nicht zu solchen Handlungen verleiten zu lassen, die den Partner dann letztlich noch weiter wegrücken lässt.

Ich denke, wir alle wollen ja Sicherheit und ich glaub auch nicht an den Einsiedler, der alles mit sich selbst ausmacht und sich selbst genügt. Aber dennoch kann man dieses sich sicher fühlen doch nur selbst für sich finden. Und, so meine ich, das geht doch wiederum am ehesten durch ein waches in Beziehung sein mit der Umwelt und sich selbst. Irgendwie gibt einem das Leben doch in jedem Moment genau die richtigen Antworten und das ist doch was, was einem Sicherheit und Orientierung geben kann, oder?

Ich find es spannend, was so passiert in meinem Leben und mit verschiedenen Modellen zu experimentieren, wie diese Welt so funktionieren könnte und dann zu gucken, ob was dran sein könnte. Ich hab großes Vertrauen in 'die Welt', mein Leben und all das.

Und ich glaub auch, dass ein Egoismus und ein Altruismus kein Widerspruch sein müssen, wenn man sich das mal genauer anschaut. Mir z.B. gehts einfach nicht gut, wenn ich jemanden verletze. Und ich hab dann die Wahl, auf stumpf zu schalten, was ich nicht will oder halt einfach zu fühlen, was da ist und daraus entwickelt sich dann ganz automatisch, dass ich auch schau, wie es dan anderen mit meinem handeln und Nicht-Handeln geht. Andersherum kann ich auch nur gut der Menschheit, der Gesellschaft, meiner Familie etc. dienen, wenn ich mich fit halte und da gehört dann eben auch zu, dass ich es auch mir gut gehen lasse. Und ich meine, das sind aspekte, die man im Leben doch garnicht übersehen kann und wunder mich dann immer, wie 'krass' manche Menschen drauf sind.

Und dennoch denke ich dann immer: Ja, so, wie ich die Welt sehe, macht sie Sinn. Aber andere sehen sie anders, begreifen sie anders und das ist genauso wahr. Das ist ja gerade das abgefahrene.

Basti

Re: schwierige Marktlage für ITler

Hi,

vor allem dein letzter Absatz ist eine gute Zusammenfassung der Thematik, die ich aus Interesse an den Antworten hier reingepostet habe.

Ich denke mal, dass  es wirklich von jedem Menschen und von seinen individuellen Erfahrungen abhängt, wie er die Welt wahrnimmt.

Schade ist jedoch, das das Umfeld einen sehr stark prägt.
Man kann zwar dagegen angehen, aber die Wesens -u. Charakterzüge bilden sich trotzdem anhand der Erfahrungen, die man im Leben sammelt, aus. Es mag natürlich sein, dass ich hier falsch liege. So wie der Mensch individuell durch sein Umfeld geprägt werden kann, so kann er auch sein Leben selbst in die Hand nehmen und dran arbeiten, aber nur in dem Rahmen, der ihm gegeben ist. Wenn ich bspw. arm aufgewachsen bin, dann kann ich zwar dran arbeiten, reich zu werden, aber das wird eine längere Zeit in Anspruch nehmen, als einem Menschen, der von Anfang an reich geboren worden ist. Und damit stelle ich die These auf, dass man nur im beschränkten Rahmen sein eigenes Leben und das der Gesellschaft mitbestimmen kann. Was wiederum gut ist, weil alles andere in einer gewissen Anarchie enden würde. Trotzdem fände ich persönlich es schön, wenn die Menschen mehr miteinander, als gegeneinander arbeiten würden.
Dann wäre es vielleicht auch für all diejenigen leichter, die nicht sofort das "große Los" im Leben gezogen haben.

Dies ist wohl jedoch zu utopisch und würde hier nur zu leerer Theorie führen, fürchte ich.

Gruss, Parasite Eve

PS. Wohl fühl ich mich meistens in dieser Welt auch, aber wie schon gesagt, schön wär's, wenn die Menschen mehr zusammenhalten würden (globaler gesehen). (Ich glaub, dass ich für 'nen Programmierer wohl doch etwas zu utopisch bin, aber manchmal braucht man auch 'nen Ausgleich zu seiner Arbeit.)

..:: Linux is like a wigwam: no gates, no windows, and an apache inside ::..

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Re: schwierige Marktlage für ITler

Ist doch okay, Utopien, Visionen zu haben. Die brauchen wir doch auch! Es geht ja nicht darum, die ganze Welt umkrempeln zu müssen. Vielmehr, so sehe ich es, gibt es doch 1000 kleine Möglichkeiten hier und da ein Stüch dieser erträumten Menschlichkeit und Kultur des Miteinander umzusetzen, ob das ein Brunch mit dem noch fremden Nachbarn ist oder ein Anruf bei einem Konkurrenten, um Anzubieten, gemeinsam nach Möglichkeiten der Koexistenz oder gar der Kooperation zu forschen. Und schlußendlich ist es eigentlich das ganz alltägliche Handeln, das sich ja verändert, wenn wir es im Lichte einer Vision reflektieren. Eine Vision, sowohl von der Welt, als vor allem auch von meiner eigenen Person und Rolle. Das ist ja in meinen Augen letztlich auch der Sinn von Visionen. Nicht, dass man abhebt und sich aus der Welt zurückzieht, sondern, dass man sein Handeln und sein an der Vision von dem, der ich sein möchte, misst.

...aber ich muss jetzt schluß machen, denn gleich kommt ein Freund und wir werden ein Vorbereitungstreffen für eine Visionssuche vorbereiten (passend zum Thema *g).

Bis denn,
Basti